Aktionswoche Alkohol 2022 – Tag 2 – Wann ist Zuviel zu viel?

Wann ist Zuviel zu viel – Arten der Alkoholabhängigkeit.

Körperliche Abhängigkeit (Zittern, Übelkeit, Fettleber u.v.a.) betroffen sind aber nur ein ganz kleiner Prozentsatz der Alkoholabhängigen, in einem späten Stadium.

Psychische Abhängigkeit (Craving, Kontrollverlust)
1,6 Mio. sind alkoholabhängig (soviele Menschen leben in München)
1,4 Mio. Menschen betreiben Alkoholmissbrauch (einhergehend mit Unfällen, Stürzen, Aggressionen, Depressionen, Kontrollverlust)
Du bist unsicher ob Du betroffen bist? Der Cage-Test zeigt, wo Du stehst. (PDF)

Riskanter Konsum – Das ist der große Graubereich zwischen schlechter Gewohnheit und Abhängigkeit: Die Definition lt. WHO: mehr als 1 Glas Wein für Frauen und 2 Glas Wein für Männer täglich mit 2 Tage ohne Alkohol in der Woche. Das ist sicher für die meisten von uns lächerlich wenig. 6,7 Mio. Menschen trinken mehr als das. Dazu kommen noch mal 12,7 Mio. Menschen, die episodische Rauschtrinken betreiben.
20 Mio. Menschen wabern in diesem Graubereich und nur weil alle das tun und es gefühlt ja schon immer so war, ist das nicht unbedenklich.
Es gibt ein paar Fragen, die Du Dir beantworten kannst, um herauszufinden ob Du Dich schon in diesem Graubereich bewegst und auf ein Problem zusteuerst:
• Du kannst Dir nicht mehr vorstellen, ohne ein Glas Wein oder Bier zu entspannen
• Du kannst Dir nicht mehr vorstellen, ein schönes Abendessen ohne Alkohol zu genießen
• Du belohnst Dich mit Wein oder Bier
• Deine Hobbies erscheinen Dir immer unattraktiver oder Du kannst sie Dir ohne Wein oder Bier gar nicht mehr vorstellen (Das Bier nach dem Training o.ä.)
• Du kannst nicht so gut einschlafen ohne etwas getrunken zu haben
• Die Welt erscheint Dir immer hoffnungsloser
• Du verstehst nicht, wie Leute an Gott glauben können oder spirituell sein können
• Du hast ein Gedankenkarussell, das Du nicht stoppen kannst
• Du kannst Dich nicht mehr richtig konzentrieren
• Du vergisst Dinge
• Du gehst verkatert zur Arbeit
• Du fährst Auto obwohl Du getrunken hast

Wenn Du Dir noch immer unsicher bist, ob Du ein Problem hast, sind hier Hinweise zu Menschen, die sicher kein Problem damit haben:

Gelegenheitstrinker – sie stoßen mit einem Sekt an Silvester an, das war es. Feiern ohne zu trinken. Sie denken nicht an Alkohol, er spielt einfach keine Rolle. Es ist egal, ob er da ist oder nicht.

Abstinenzler – Es gibt die, die in der Kindheit sehr schlechte Erfahrung in der Familie/Umfeld mit Alkohol gemacht haben und die, die den ersten Schluck getrunken haben und den Alkohol widerlich fanden und deshalb nicht trinken.
Die zweite Gruppe sind die, die nachdem sie ein Problem mit Alkohol hatten damit aufgehört hatten. Hier gibt es auch noch die Unterscheidung zwischen denen, die es ein Leben lang bedauern, dass sie nicht trinken dürfen und denen, die es abfeiern, dass sie nicht mehr trinken müssen.
(Quelle: Nathalie Stüben)

Hilfreicher Video auf Youtube von Nathalie Stüben

Aktionswoche Alkohol 2022 – Tag 1 – Trink-Regeln und Gesetze

Trink-Regeln und Gesetze in unserer Kultur, deren Richtigkeit in Frage zu stellen sind. Menschen, die keinen Alkohol trinken gehören zu einer Minderheit: Nur 16% der deutschen Bevölkerung trinkt keinen Alkohol. Und durch die Regeln, die bei uns gelten ist es leider noch immer außergewöhnlich keinen Alkohol zu trinken. Im Video „Untergang der Titanic“ der Seite „Lieber schlau als blau“ wird der Umgang mit Alkohol sehr anschaulich erläutert.

[Ironiemodus ein] Nachfolgend einige Regeln und Gesetze zum Trinken. Fakt ist: die Regeln können problemlos eingehalten werden! [Ironiemodus aus]

Diese Regeln kennen schon dreijährige Kinder:

Erwachsene trinken Alkohol, Kinder nicht
Männer trinken mehr als Frauen
Alkohol trinkt man auf Partys nicht zum Frühstück

5 ungeschriebene Gesetze im Umgang mit Alkohol – unsere kulturellen Regeln

(1) Regelmäßig Alkohol zu trinken ist normal.

Nur 16% der Menschen trinken keinen Alkohol
Alkohol ist überall zu kaufen, für Jugendliche ist Alkohol das erste Suchtmittel

(2) Alkohol gehört dazu. Man fällt weniger auf, wenn man trinkt.

Die häufigsten Trinksituationen:

  • mit Freunden/beim Feiern – 85% der Bevölkerung meint, dass es zum guten Ton gehört für Gäste immer alkoholische Getränke parat zu haben
  • beim Fernsehen – die meisten Tätigkeiten beim Fernsehen sind Rauchen und Trinken. In jeder Stunde sieht der Zuschauer im Schnitt 9 Szenen mit Alkohol. Sportsendungen werden von den Werbespots der Alkoholindustrie umrahmt.
  • in Kneipen – kein Alkohol zu trinken immer noch die Ausnahme. Alkohol ist immer noch das billigste Getränk
  • bei Mahlzeiten – Beim Abendessen gehört Alkohol für 40% der Bevölkerung dazu, beim Mittagessen sind es 17%.
  • am Arbeitsplatz trinkt jeder 10. regelmäßig Alkohol

(3) Alkohol tut gut.

Ganz allgemein herrscht dem Alkohol gegenüber eine positive Einstellung. Alkohol wird als Lösungs- und Hilfsmittel angesehen: Beispielsweise ist die große Mehrheit der Bevölkerung der Meinung

… Alkohol bewirke, dass man sich in Gesellschaft wohler fühle
… Alkohol erleichtere den Kontakt mit Leuten, die man nicht kennt
… Alkohol sei eine angenehme Möglichkeit sich zu entspannen
… Alkohol stärke das Selbstverstrauen
… Alkohol mache humorvoller und einfallsreicher
… Alkohol helfe bei Niedergeschlagenheit und Depressionen
… Alkohol erleichtere das Ertragen starker Belastungen
… Alkohol erleichtere die sexuelle Annäherung
… Alkohol helfe beim Abschalten

(4) Trinke so viel wie Dein Nachbar – es gibt keine klaren Hinweise, was zu viel ist.

Folgende Trinkmuster sind weitverbreitet: Niveau-Trinken, Runden-Trinken, Flaterate-Trinken. Eine gleiche Trinkmenge stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und dient als Statussymbol.

(5) Alkoholtrinken ist Privatsache, da hat man sich nicht einzumischen.

Das ist eine gängige Meinung. Es wird für unangebracht gehalten, jemanden wegen seines Alkoholkonsums zu kritisieren. Häufig wird ein Arbeitskollege, der einen anderen wegen gefährlichen Alkoholkonsums meldet, anschließend als „Radfahrer“ geschnitten. Dagegen werden auffällige Kollegen oft lange von den Kollegen gedeckt und sogar in Suchtkliniken sind viele Patienten der Auffassung, dass man Rückfälle von anderen besser für sich behält.

Die Alkoholindustrie setzt angesichts zunehmender Einschränkungen gezielt auf Produktplacements in Filmen und im Sport (!) und vermittelt, dass Alkohol ein integraler und vor allem erstrebenwerter Bestandteil unseres Alltags ist. In Deutschland gibt die Alkoholindustrie jährlich ca. 540 Mio. Euro dafür aus.

Schlussfolgerung: Nichttrinken ist unnormal. Es fühlt sich an, wie gegen den Strom zu schwimmen. Der Nichttrinker gehört zu einer Minderheit. Dazu braucht es Mut, Überzeugung und vor allem die Einsicht, dass diese Regeln alle Unsinn sind und auf lange Sicht krankmachen. Wobei … diese Einsicht sollten auch Gelegenheitstrinker haben.
(Quelle: Lieber Schlau als Blau)

Weitere Links zum Thema

Lieber schlau als blau

Suchthilfe und Suchtprävention | soziales. hessen.de

14.-22. Mai 2022 – Aktionswoche Alkohol – Weniger ist besser!

In den nächsten Tagen habe ich einige Artikel zum Thema Alkohol vorbereitet. Denn: Jeder kennt jemanden, der zuviel trinkt. Aber was ist eigentlich Zuviel? Eine Frage, die es sich lohnt, genauer zu betrachten.

Ist Trinken bei mir einfach eine schlechte Angewohnheit oder ist es schon mehr? Denke ich viel über meinen Alkoholkonsum nach? Hat mich jemand schon einmal drauf angesprochen? Bin ich schon unangenehm aufgefallen oder gar ausgefallen?

Vielleicht ist es an der Zeit einmal hinzuschauen und den Anfang zu machen, sich etwas Gutes zu tun. Besseres als ein Glas Bier, Wein oder Schnaps: Das gute Gefühl UNabhängig zu werden, zu sein, zu bleiben. Denn – um mit den Worten von Nathalie Stüben zu sprechen:

Nüchtern sein ist keine Qual, es bedeutet Freiheit.

Besucht mich: am 28.+ 29.5.2022 in Niedernhausen auf der FUGA 2022

Die Vorbereitungen laufen und ich freue mich sehr darauf. Es gibt viel zu bedenken: Standausstattung, Rollup, Plakate, Flyer, Visitenkarten und natürlich viele Glücksmomente. Ich bin gut vorbereitet und kann auf tatkräftige Unterstützung zählen. Spannend werden die Begegnungen und der Austausch mit den Besuchern und anderen Ausstellern.

Die Hemmschwelle der Besucher, sich auf ein Gespräch einzulassen, könnte eine Herausforderung sein. Immerhin habe ich weder schicke Klamotten noch hippe Accessoires im Angebot, sondern Themen, die vom Besucher eine Bereitschaft und Offenheit verlangen, sich einzulassen. Und das ohne Angst und Ablehnung, sondern mit Neugier nicht nur auf mich sondern insbesondere auf sich selbst.

Mein Messeangebot: Ein kostenfreies Traumfänger-Coaching: Ich unterstütze Dich dabei, Dich an neue oder alte Träume zu wagen. 30 wertvolle Minuten für Dich und Deine Zuversicht. 30 Minuten, um aus der Lethargie, dem Jammertal und dem Nichtstun zu kommen. Habe ich Dich neugierig gemacht? Ruf mich an, sende mir eine WhatApp-Nachricht oder eine Mail. Der Rest wird sich wie von selbst ergeben. Oder komm auf einen Kennenlernplausch auf der FUGA 2022 bei mir vorbei. Der Stand mit dem sonnengelben Dach gehört zu mir 😉

Gerne möchte ich mit den Besuchern über den Umgang mit Alkohol in unserer Gesellschaft plaudern. Weil Alkohol zu unserer Kultur gehört, wird der Umgang mit ihm überhaupt nicht hinterfragt. Menschen zu sensibilisieren und ein Bewusstsein für zu viel, zu oft und zu lange zu wecken, ist meine Absicht.

Ein weiteres Angebot an alle, die ihren Alkoholkonsum reduzieren möchten: Dein Alkoholfrei-Coaching, um herauszufinden wo Du stehst, was Du tun kannst. in einem Gespräch im geschützten Rahmen in meiner Praxis können wir gemeinsam der Erkenntnis näherkommen, ob du dir unnötige Gedanken machst oder es tun besser solltest – ohne Vorwürfe, Belehrungen oder Erwartungen. Zusammenhänge erkennen und Verständnis für unser Suchtgedächtnis erlangen, ist ein erster Schritt in die einzig richtige Richtung. Denn

„Nüchtern sein ist keine Qual, es bedeutet Freiheit“

Nathalie Stüben

Sichtbarkeit, das Motto des Jahres

Die Pläne für das Jahr 2022 nehmen Gestalt an. Am Wochenende war ich bei der Traumfängeraktion von Monica Deters, million-dreams.de dabei. Zwei Coachees konnte ich auf ihrem Weg begleiten.

Und am 28./29. Mai mache ich bei der örtlichen Gewerbeausstellung mit. Das ist der bislang größte Schritt in Richtung Sichtbarkeit. Dafür habe ich ein schönes Roll-up gestaltet, das künftig auch meine Praxisräume zieren wird.

Und meine Glücksmomente werden dabei sein. Sie sind Icebraker, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen.

Neue Träume braucht das Land!

⭐️Ich bin dabei!⭐️

Am 20. März 2022 ist es soweit – ich werde bei der großen deutschlandweiten „Traumfänger“-Gemeinschaftsaktion mehrere Menschen KOSTENFREI darin coachen, sich an neue Träume zu wagen. Es ist der offizielle und internationale „TAG DES GLÜCKS“ und außerdem offizieller FRÜHLINGSANFANG und es wird ein imaginärer riesengroßer TRAUMFÄNGER über ganz Deutschland gespannt. Es machen noch hunderte andere Coaches mit, so dass an diesem Tag hoffentlich tausende Menschen kostenfrei gecoacht werden, wieder voll durchzustarten in ihrem Leben oder im Job. Und abends gibt es ein LIVE-STREAMING aus Köln dazu. ⭐️

Ich persönlich finde diese Aktion klasse. Du auch? Egal, wo du lebst, auch du kannst dich an diesem Tag kostenfrei coachen lassen. Oder du bist selbst auch als Coach dabei? Es ist für eine gute Sache. ⭐️

Freu dich auf diese wunderbare Aktion und MACH MIT! Hier erfährst du mehr: http://www.million-dreams.de

#milliondreams

#traumfänger

#switchitBaby

Natürlich kannst du dich auch direkt mit mir in Verbindung setzen für ein kostenfreies 30-Minuten-Coaching am 20.3.2022. Dieses Angebot gilt exklusiv nur für diesen Tag.

Mein Interview in der ALH-Akademie

Interview mit Stefanie Dinges

Absolventin – Psychologischer Berater & Suchtberater 

In welcher persönlichen und beruflichen Situation warst Du vor Deiner Ausbildung und was hat Dich motiviert, etwas Neues zu wagen?
Bevor ich mit der Ausbildung zur Psychologischen Beraterin und später auch zur Suchtberaterin bei der ALH begonnen hatte, war (und bin ich noch heute) in einem mittelständischen Unternehmen im Bereich Marketing tätig.

Wann kam der Augenblick, in dem Du das erste Mal überlegt hast, Dich selbstständig zu machen? 
Heute bin ich 59 und ich war schon mit 21 das erste Mal selbständig mit einem kleinen Einzelhandelsgeschäft.
Mit 37 habe ich mich wieder in die Selbständigkeit begeben und hatte eine kleine Werbe- und PR-Agentur. 10 Jahre lang war ich gerne aber eben immer „ständig“ am Arbeiten. Diese Selbständigkeit führte zum ersten Burnout. Danach krempelte ich mein Leben um und ich habe nur noch mit halber Kraft – im wahrsten Sinne des Wortes – gearbeitet. 

2018, bevor ich meine Ausbildungen bei der ALH begonnen hatte, war ich wieder an dem Punkt der Depression und Unzufriedenheit und hatte ein Gefühl, unausgefüllt zu sein, wie die beiden Male vorher auch. Aber ich habe dieses Mal einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Endlich etwas tun, das sinnstiftend ist, etwas das mir und anderen Menschen wirklich weiterhilft. Aber dahin kam ich erst, als ich aufgehört habe einen neuen Job zu suchen, der zu mir passt und den ich offensichtlich nicht finden konnte. Perspektivwechsel sozusagen. Ich habe mich gefragt, was möchte ich die nächsten Jahre tun, um auch nach der Notwendigkeit, Geld verdienen zu müssen, immer noch Sinn im täglichen Tun zu finden.

Wie lange dauerte es dann, bis Du diesem Gedanken gefolgt bist und wie sahen Deine ersten Schritte in die Selbstständigkeit aus?
Vom ersten zarten Gedanken daran bis zum Absenden der Anmeldung – für meine Verhältnisse ging das in rasender Geschwindigkeit – vergingen nur etwa drei Monate. Begonnen hat alles mit einem SKOLL-Training in der Fachambulanz der Caritas Wiesbaden. Teilnehmer waren Menschen, die ihrem Zuviel an Alkohol, Spielen, Rauchen etc. auf den Grund gehen wollten. In diesem Seminar hatte ich ständig das Gefühl, mehr auf die Seite der Trainerinnen zu gehören, als auf die Seite der Teilnehmer. Mir hat das sehr gefallen, wie diese beiden Frauen das Training geleitet hatten. „So etwas möchte ich auch tun!“ war meine Erkenntnis des Trainings. 
Im April 2019 ging es dann schon los an der ALH. Mit der Ausbildung zur Psychologischen Beraterin habe ich die Basis geschaffen. Schon in den ersten Ausbildungswochen habe ich meine Praxisräume visualisiert, eine Webseite begonnen aufzubauen und die ersten groben Beratungskonzepte ausgearbeitet. 2020 schloss sich die Ausbildung zur Suchtberaterin an. Ende 2020 / Anfang 2021 durfte ich meine ersten Klienten in meinen Räumen empfangen und bin seit dem zu finden unter: www.loslegenlernen.com/.

Gab es Momente, in denen Du am liebsten alles abgebrochen hättest? Wenn ja: Wie bist Du mit diesen Situationen umgegangen und vor allem, wie hast Du es dann geschafft, weiterzumachen?
Es gab und gibt immer Zeiten, in denen ich Durchhänger habe und am Zweifeln bin. Mir hilft es, mich mit Kommilitoninnen und Kolleginnen auszutauschen und deren Erfahrungen mit Misserfolgen, Zeiten des Stillstandes und Zweifeln zu hören. Und wenn gar nix mehr geht: Einfach mal alle Fünfe gerade sein lassen und eine Auszeit nehmen. Nach einem solchen Wochenende (wenn mehr Zeit nicht ist) kann ich immer wieder neu durchstarten, kann Dinge neu bewerten, weil ich Abstand gewonnen habe und finde wieder den Weg, auf dem es irgendwie und oft irgendwie besser als vorher weitergeht.

Erzähl uns doch gerne ein wenig über Deine Beratung: Was bietest Du an und wer kann zu Dir kommen?
Jeder kann eine Erstberatung erhalten, in der ich zumindest weiterhelfe, indem ich an fachkundige Spezialisten weiterverweise. Oft muss ich den Unterschied zwischen Psychologischer Beratung und Psychotherapie erklären.
Ich bin spezialisiert auf Resilienz-Trainings, berufliche Veränderung, Suchtberatung und überbrückende Gespräche bis zum Start einer Psychotherapie. 
Resilienz-Trainings biete ich in zwei Varianten an: Den Kurz-Workshop mit 4 Einheiten und den Intensiv-Workshop mit 8 Einheiten, der im günstigsten Fall auch 8 Wochen dauert, denn Veränderung braucht Zeit und Raum.
Bei der beruflichen Veränderung steht das persönliche Wachstum im Mittelpunkt. Hier gehe ich individuell auf die Wünsche und Anforderung ein. 
Beim sensiblen Thema Suchtberatung geht es mir darum, Klienten einen bewussten Umgang mit Sucht/-Genussmitteln nahezubringen. Es geht nicht um Abstinenz, sondern um den gesunden Umgang damit. Bad Habits haben sicher die meisten von uns. Da ist mein Ansatz.

Welchen Tipp würdest Du Dir rückblickend an die Hand geben, wenn Du noch einmal mit Dir zu Deinen Anfangszeiten sprechen könntest? 
Ich würde mir sagen: Du schaffst das!  Lass Dich nicht verrückt machen, durch die vielen neuen Fachausdrücke. Du musst nicht perfekt sein, Du musst nicht alles wissen, Du musst nur wissen, woher und von wem du die wichtigen und richtigen Informationen erhältst.

Jahresende – Rückblick 2021 und Vorschau auf 2022

Gerne möchte ich Euch, liebe BesucherInnen, LerserInnen und Einfach-mal-Vorbei-SchauerInnen einen kleinen Einblick in meine persönliche Entwicklung geben:

Gefühlt ist das Jahr 2021 schon vorbei. Es hat sich viel getan. Mit den ersten Coachings ging es bereits Anfang des Jahres los. Was soll ich sagen: Es macht mir total viel Freude, Menschen auf ihrem Weg zu begleiten! Auf lange Sicht gesehen, freue ich mich darauf, mich voll und ganz auf die Arbeit mit Klienten konzentrieren zu können.

Im April bin ich mit dem Studiengang zur Suchtberaterin fertig geworden. Die Prüfung war – coronabedingt – erst im Oktober möglich. Geschafft! Endlich. Ein Studiengang der mich herausgefordert hat.

Im Sommer, der keiner war, habe ich einige Workshops ausgearbeitet, die ich den verschiedenen Volkshochschulen im Umkreis angeboten habe. Keiner der Workshops hat die Mindestteilnehmerzahl erreicht. Also viel Arbeit erst mal für die Schublade. Aber nach dem Motto „Wer weiss für was es gut ist“, lasse ich mich nicht entmutigen.

Den Rest vom Sommer habe ich mir gegönnt: Auszeit mit einer Freundin, kreative Online-Kurse und viel Gartenzeit. So gestärkt ging es in den Herbst. Zur nächsten Fortbildung angemeldet: Medical Health First Aid-Ersthelferin, um für Kriseninterventionen besser gerüstet zu sein.

Von meiner Ausbildungsakademie kam die Einladung zum Ehemaligen-Event, um dort von meinem Werdegang und den Erfahrungen zu berichten. Ein wunderbares Netzwerktreffen!

Und zwischendurch immer wieder Beratungen, Coachings und Mutmacher-Gespräche, netzwerken und fachsimpeln.

Für das nächste Jahr lautet mein Motto „Sichtbarer werden“.

Bei meinem Arbeitgeber plane ich 2022 wieder eine Aktion zur Aktionswoche Alkohol anzustoßen, beim geplanten Gesundheitstag mitzuwirken und meine Kompetenzen im Betriebsrat einzubringen. 2022 ist Betriebsratswahljahr.

Ich habe mich zur Gewerbeausstellung im Nachbarort angemeldet. Ein aufregendes Projekt mit viel Vorbereitungs-Ideen dazu. Ich freue mich sehr darauf.

Das erste Give-Away ist entwickelt, gedruckt und bereit für alle, die sich einen Glücksmoment gönnen möchten:

Es gibt natürlich auch eine Rückseite, auf der Du Impulse findest. Na, neugierig? Du magst auch ein Exemplar haben? Aber gerne: Dafür brauche ich Deine Adresse. Einfach über das Kontaktformular senden, anrufen oder per WA senden. (zum Datenschutz: Die Adresse wird nur für diesen Versand verwendet und noch nicht mal digital erfasst. Ich schreibe sie auf einen Briefumschlag und das war es.) Ich würde mich sehr über Feedback dazu freuen.

Trauer und Wut – die beiden Schwestern

Wut wird im Rahmen der Trauer viel mehr tabuisiert als das, was man gemeinhin unter “Trauer” versteht. Wenn uns etwas genommen wird oder wenn jemand uns verlässt, dann reagieren wir mit Trauer, aber eben auch mit Aggression, mit Wut und Zorn.

Wut und Trauer gehören zusammen, sie sind Schwestern. Die Trauer ist dabei die passivere der beiden, sie will, dass man sich zurückzieht und den Verlust wahrnimmt, den Schmerz spürt und zulässt. Die Wut ist die aktive der beiden Schwestern, sie ist diejenige, die uns zeigt, dass etwas Wichtiges fehlt, die uns aber Energie gibt, antreibt und weiterkämpfen lässt. Wichtig ist, dass man beiden einen Platz gibt, denn sie haben beide ihre Berechtigung, die letztlich zur Bewältigung und Neuorientierung führen.

Wie kann man seine Wut bearbeiten?

Bedenklich oder “unethisch” ist lediglich das Kippen von Aggressionen in Gewalt. Aggressionen selbst sind nichts Böses oder Unmoralisches. Im Gegenteil: Sie sind angeboren psychische Kräfte und haben die wichtige Funktion, uns darüber zu informieren, dass ein Bedürfnis frustriert wird. Wir werden beispielsweise aggressiv, wenn wir Hunger haben. Die Aggression treibt uns an, etwas gegen den Hunger zu tun.

Aggressionen sind also lebenswichtig. Wir reagieren aggressiv

  • wenn wir etwas tun müssen, was wir nicht tun wollen,
  • wenn wir etwas nicht bekommen, was wir haben wollen,
  • wenn uns etwas genommen wird,
  • wenn wir etwas verlieren,
  • und wenn etwas kaputt geht.

All das macht uns unzufrieden, unglücklich, frustriert, aggressiv und natürlich auch traurig.

Aggression ist also eine Information darüber, dass wir etwas tun sollen, damit es uns besser geht. Sie treibt uns an. Daher ist es der falsche Weg, sich Aggressionen zu verbieten. Gesünder ist es, sich aggressive Gefühle wie Wut, Zorn und Hass bewusst zu machen und zu fragen: „Was frustriert mich gerade und was kann ich tun, dass es mir besser geht?“ Sobald sich meine Bedürfnislage verbessert, wird auch die Aggression verschwinden und das Kippen von Aggression in Gewalt wird verhindert.

Im Trauerfall lässt sich der Grund der Frustration meist nicht so einfach beheben, denn der Wunsch ist ja, den Verstorbenen wieder lebendig zu machen – und das geht nicht. Wut in der Trauer muss aber dennoch bearbeitet werden. Folgende Fragen und Strategien können helfen:

1. Spüre ich Wut, Zorn, Aggressionen? Mach dir Wut, Zorn, Hass und Aggressionen bewusst und lasse sie zu. Hab keine Schuldgefühle, denn das Zulassen von Wut gehört auch mit zur Trauer dazu! Halte dir vor Augen, dass die Wut wichtig ist, weil sie dir Kraft und Ansporn gibt, deine Arbeit aktiv voranzutreiben.

2. Gegen wen richtet sich diese Wut? Schreib demjenigen einen entrüsteten Brief. Das kann der Verstorbene sein, der Verursacher des Unfalls oder auch der liebe Gott.

Das fällt oft schwer, aber du kannst den Brief damit abschließen, indem du dem Verstorbenen erklärst, dass du wütend bist, weil du ihn ja liebst. Wäre der Verstorbene dir nämlich egal, wäre da keine Trauer, aber auch keine Wut.

Gott kannst du um Verständnis bitten. Du kannst ihm danken für die gemeinsame Zeit, die du mit dem Verstorbenen haben durftest, du kannst ihm aber auch sagen, dass du eine enorme Wut hast, dass er dir genommen wurde. Wenn der liebe Gott das nicht aushält, wer dann?

Und dem Unfallverursacher kannst du sagen: Ich weiß, dass du das nicht wolltest und dich jetzt schuldig fühlst. Dein Leben hat sich auch geändert, ich muss das jetzt aber loswerden, dass meine Wut auf dich kein Hass wird. Meine Wut richtet sich eigentlich gar nicht gegen dich als Person, sondern gegen das, was passiert ist.  Und das war einfach nur ein großes Unglück.

3. Warum habe ich Wut, was will sie mir genau sagen? Gibt es irgendetwas, das du tun kannst, dass es dir besser geht? Du kannst den Verstorbenen zwar nicht wieder lebendig machen, aber vielleicht tust du ja in deiner Trauer etwas, was dir gegen den Strich geht? Vielleicht gibst du dir zu wenig Erholungsphasen – das erschöpft und frustriert? Vielleicht achtest du zu viel darauf, was andere von dir erwarten und zu wenig auf dich selbst und deine wahren Bedürfnisse?

4. Wie kann ich Wut zum Ausdruck bringen? Sprich offen drüber, denn das hilft, Aggressionen abzubauen. Sehr hilfreich ist der körperliche Ausdruck durch Aktivität. Dadurch wird ein Ventil geöffnet und es kann „Dampf abgelassen“ werden. Boxen oder andere kämpferische Sportarten werden hier mitunter als Therapie empfohlen. Aber auch Trommeln, Stampfen, Schreien … und alles was „Laut-Sein“ provoziert, kann ein Ventil sein.

(Auszug aus einem Artikel von Dr. Christine Pernlochner)