Trauer und Wut – die beiden Schwestern

Wut wird im Rahmen der Trauer viel mehr tabuisiert als das, was man gemeinhin unter “Trauer” versteht. Wenn uns etwas genommen wird oder wenn jemand uns verlässt, dann reagieren wir mit Trauer, aber eben auch mit Aggression, mit Wut und Zorn.

Wut und Trauer gehören zusammen, sie sind Schwestern. Die Trauer ist dabei die passivere der beiden, sie will, dass man sich zurückzieht und den Verlust wahrnimmt, den Schmerz spürt und zulässt. Die Wut ist die aktive der beiden Schwestern, sie ist diejenige, die uns zeigt, dass etwas Wichtiges fehlt, die uns aber Energie gibt, antreibt und weiterkämpfen lässt. Wichtig ist, dass man beiden einen Platz gibt, denn sie haben beide ihre Berechtigung, die letztlich zur Bewältigung und Neuorientierung führen.

Wie kann man seine Wut bearbeiten?

Bedenklich oder “unethisch” ist lediglich das Kippen von Aggressionen in Gewalt. Aggressionen selbst sind nichts Böses oder Unmoralisches. Im Gegenteil: Sie sind angeboren psychische Kräfte und haben die wichtige Funktion, uns darüber zu informieren, dass ein Bedürfnis frustriert wird. Wir werden beispielsweise aggressiv, wenn wir Hunger haben. Die Aggression treibt uns an, etwas gegen den Hunger zu tun.

Aggressionen sind also lebenswichtig. Wir reagieren aggressiv

  • wenn wir etwas tun müssen, was wir nicht tun wollen,
  • wenn wir etwas nicht bekommen, was wir haben wollen,
  • wenn uns etwas genommen wird,
  • wenn wir etwas verlieren,
  • und wenn etwas kaputt geht.

All das macht uns unzufrieden, unglücklich, frustriert, aggressiv und natürlich auch traurig.

Aggression ist also eine Information darüber, dass wir etwas tun sollen, damit es uns besser geht. Sie treibt uns an. Daher ist es der falsche Weg, sich Aggressionen zu verbieten. Gesünder ist es, sich aggressive Gefühle wie Wut, Zorn und Hass bewusst zu machen und zu fragen: „Was frustriert mich gerade und was kann ich tun, dass es mir besser geht?“ Sobald sich meine Bedürfnislage verbessert, wird auch die Aggression verschwinden und das Kippen von Aggression in Gewalt wird verhindert.

Im Trauerfall lässt sich der Grund der Frustration meist nicht so einfach beheben, denn der Wunsch ist ja, den Verstorbenen wieder lebendig zu machen – und das geht nicht. Wut in der Trauer muss aber dennoch bearbeitet werden. Folgende Fragen und Strategien können helfen:

1. Spüre ich Wut, Zorn, Aggressionen? Mach dir Wut, Zorn, Hass und Aggressionen bewusst und lasse sie zu. Hab keine Schuldgefühle, denn das Zulassen von Wut gehört auch mit zur Trauer dazu! Halte dir vor Augen, dass die Wut wichtig ist, weil sie dir Kraft und Ansporn gibt, deine Arbeit aktiv voranzutreiben.

2. Gegen wen richtet sich diese Wut? Schreib demjenigen einen entrüsteten Brief. Das kann der Verstorbene sein, der Verursacher des Unfalls oder auch der liebe Gott.

Das fällt oft schwer, aber du kannst den Brief damit abschließen, indem du dem Verstorbenen erklärst, dass du wütend bist, weil du ihn ja liebst. Wäre der Verstorbene dir nämlich egal, wäre da keine Trauer, aber auch keine Wut.

Gott kannst du um Verständnis bitten. Du kannst ihm danken für die gemeinsame Zeit, die du mit dem Verstorbenen haben durftest, du kannst ihm aber auch sagen, dass du eine enorme Wut hast, dass er dir genommen wurde. Wenn der liebe Gott das nicht aushält, wer dann?

Und dem Unfallverursacher kannst du sagen: Ich weiß, dass du das nicht wolltest und dich jetzt schuldig fühlst. Dein Leben hat sich auch geändert, ich muss das jetzt aber loswerden, dass meine Wut auf dich kein Hass wird. Meine Wut richtet sich eigentlich gar nicht gegen dich als Person, sondern gegen das, was passiert ist.  Und das war einfach nur ein großes Unglück.

3. Warum habe ich Wut, was will sie mir genau sagen? Gibt es irgendetwas, das du tun kannst, dass es dir besser geht? Du kannst den Verstorbenen zwar nicht wieder lebendig machen, aber vielleicht tust du ja in deiner Trauer etwas, was dir gegen den Strich geht? Vielleicht gibst du dir zu wenig Erholungsphasen – das erschöpft und frustriert? Vielleicht achtest du zu viel darauf, was andere von dir erwarten und zu wenig auf dich selbst und deine wahren Bedürfnisse?

4. Wie kann ich Wut zum Ausdruck bringen? Sprich offen drüber, denn das hilft, Aggressionen abzubauen. Sehr hilfreich ist der körperliche Ausdruck durch Aktivität. Dadurch wird ein Ventil geöffnet und es kann „Dampf abgelassen“ werden. Boxen oder andere kämpferische Sportarten werden hier mitunter als Therapie empfohlen. Aber auch Trommeln, Stampfen, Schreien … und alles was „Laut-Sein“ provoziert, kann ein Ventil sein.

(Auszug aus einem Artikel von Dr. Christine Pernlochner)

Was bei der Trauerbewältigung helfen kann

In vielen Fällen helfen schon die kleinen Dinge, die den Verlust besser verarbeiten lassen:

  • Trauertagebuch führen
  • Gesprächspartner im Bekanntenkreis suchen
  • über den Verstorbenen sprechen
  • sich etwas Gutes tun
  • raus in die Natur gehen
  • sich verwöhnen
  • Freizeitaktivitäten
  • Freunde treffen
  • Lachen
  • mit dem Hausarzt sprechen – er kann beurteilen, ob eine Therapie sinnvoll ist, um aus dem Trauerprozess herauszufinden
  • einen professionellen Trauerbegleiter finden
  • einer Selbsthilfegruppe betreten

Was kannst Du tun, um einem Trauernden zu unterstützen?

Aktiv Hilfe anbieten, nicht sagen „Melde Dich, wenn ich etwas tun kann“ sondern aktiv werden: etwas kochen und vorbeibringen, telefonieren, den Trauernden zum Essen, zum Reden, zum Kaffee trinken, zum gemeinsamen Spazierengehen, im Garten arbeiten einladen, einfach da sein. Aber auch: ihm Zeit geben. Jeder verarbeitet den Verlust anders, jeder hat sein eigenes Tempo.

In dem folgenden Artikel der Seite „Gesundheit und Wohlbefinden“ ist Trauer, Verlust, Trauerbewältigung und der Umgang damit gut beschrieben: Trauer und Verlust: Wie mit dem Verlustschmerz umgehen?

Gerade im Alter macht man die Erfahrung, dass immer mehr Freunde, Bekannte und Verwandte „wegsterben“. Was macht das mit dem zurückbleibenden Menschen? Mehr noch als in jungen Jahren steht die Endlichkeit des eigenen Daseins im Mittelpunkt. Aber es hängt nicht vom Alter ab, wie man mit Verlust umgeht, sondern mit den entwickelten Strategien zum Umgang mit Problemen und der Einstellung zu Leben und Tod.

Wenn es in Lockdownzeiten oder durch andere Widrigkeiten nicht wie gewohnt, von Verstorbenen Abschied genommen werden kann, macht das den Trauerprozess umso schwieriger, weil es noch unfassbarer wird, dass der geliebte Mensch tot ist. Keine Aufbahrung, keine große Trauerfeier, kein anschließendes Beisammensein mit allen, die den Toten und den/die Trauernden im Leben begleitet haben. Noch unfassbarer wird das, wenn der geliebte Mensch plötzlich und unerwartet stirbt und man nicht im Leben Abschied nehmen kann.

Umso wichtiger ist es, neue Rituale zu finden, um Abschied zu nehmen.

Erinnerung

Berufliche Veränderung

Wann hatten Sie das letzte Mal ein Leuchten in den Augen, als Sie jemandem erzählt haben, was Sie tun? Die meiste Zeit unseres Lebens verbringen auf und mit unserer Arbeit. Um glücklich zu sein, braucht es Arbeit, die Sinn macht und Freude bereitet.

Lassen Sie uns auf die Suche gehen und herausfinden, was für Sie sinnhaftes Arbeiten und berufliche Erfüllung bedeutet und wie Ihr Traumjob genau aussieht.

Wie Sie ein erfülltes Berufsleben führen können, finden wir gemeinsamen heraus.

Stepp 1 – Standortbestimmung

  • Wo stehen Sie gerade auf Ihrer Lebensreise?
  • Wie sehen Ihre bis jetzt erreichte Ziele aus?
  • Wann waren Sie so richtig gut?
  • Wo ist das Potential für mehr Lebenszufriedenheit?

Stepp 2 – Ihre Stärken & Kompetenzen

  • Was macht Sie aus?
  • Was fällt Ihnen leicht, worin sind Sie so richtig stark?
  • Was sind Ihre echten authentischen Stärken?

Stepp 3 – Ihre berufliche Vision

  • Ihre Lebens- und Berufsziele
  • Wo wollen Sie hin, Worauf haben Sie Lust?
  • Wo können Sie Ihre Stärken und Fähigkeiten ausleben?
  • Was macht für Sie Sinn?
  • Alternativen prüfen und finden

Stepp 4 – Mindset-Check

  • Umsetzen von Zielen in die Tat
  • Der Blick nach Innen
  • mögliche Zweifel
  • hinderliche Denkmuster

Stepp 5 – Strategie & Bewerbung

  • Strategie für Ihren beruflichen Neuanfang
  • Ressourcen, Netzwerke, Kontakte
  • die nächsten Schritte
  • mögliche Stolpersteine
  • Motivation

Für weitere Informationen nehmen Sie gerne Kontakt zu mir auf:

Online – aber sicher !

Nachdem vermehrt nach telefonischen Beratungsmöglichkeiten gefragt wurde, habe ich mich für eine Videocall-Version von Red connect entschieden. Ab sofort ist eine Online-Videosprechstunde möglich. Auch der Resilienz-Workshop kann nun per Videocall erfolgen.

Hier finden Sie eine kurze Einweisung, in dieses einfache Tool. Vor Beginn einer Session benötige ich noch Ihre Einverständniserklärung und dann kann es schon losgehen.

Die verwendete Software Red connect entspricht allen Anforderungen des Datenschutzes. RED connect ist mit dem ips-Gütesiegel ausgezeichnet und hat in der Vergangenheit als einziges System in Deutschland das Datenschutz-Gütesiegel des ULD erhalten. Neben anderen Auszeichnungen, wird RED connect auch von der kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) als zertifizierter Videodienstanbieter gelistet.

pixaybay

Lernen Sie die Strategie der „Stehauf“ Menschen kennen

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Das Seminar ist ideal für Sie …

  • wenn Sie destruktive Gedanken gegen
    konstruktive Gedanken austauschen wollen.
  • wenn Sie Ihr Leben in die eigenen Hände nehmen wollen.
  • wenn Sie aktiv und leistungsfähig durch den Tag gehen wollen.
  • wenn Sie innere Gelassenheit erreichen wollen.

Inhalte/Ziele

  • Bewältigungsstrategien bei Problemen anwenden und Lösungen entdecken
  • Steuern Ihrer Stimmungen und in Balance kommen
  • Wege finden zu mehr Akzeptanz von nachteiligen Umständen
  • Erkennen und Aktivieren der inneren Kraftquellen
  • mehr Einfluss auf Ihre berufliche und persönliche Zukunft nehmen
  • Krisen überwinden und durch persönliche Stärke wachsen
  • Erkennen der direkten Verbindung zwischen Resilienz und körperlichem und seelischem Wohlbefinden und Einfluss aufnehmen

Lernmethoden

  • Selbstanalyse durch Reflexion und Übungen
  • Austausch und Arbeiten in Kleingruppen
  • Erkenntnisaustausch und Diskussion im Plenum
  • Interaktive Vorträge
  • Achtsamkeits- und Meditationstechniken

Ablauf, Termine, Kosten

Dauer: 8 Abende à 90 Minuten
Teilnehmer: max. 6 Teilnehmer (unter Berücksichtigung der Corona-Auflagen)
Termin: in Planung/auf Anfrage
immer Montags von 18:30 – 20 Uhr
Kosten: 160 Euro inklusive Handouts